Zur schweizerischen Energiepolitik: Besonnenheit, Vertrauen und Weitsicht gefordert

03.04.2011

Nach Bekanntwerden der Havarie im Kernkraftwerk Fukushima hat die AVES den Entscheid des Bundesrates begrüsst, die Gesuche für Ersatz-Kernkraftwerke zu sistieren, Besonnenheit ist eine Grundbedingung, damit vertieft darüber nachgedacht werden kann, wie in unserem Land die Stromversorgung ohne stärkere Umwelt- und Klimabelastung aufrecht erhalten werden kann.

Alle Energien nutzen
Die AVES steht dementsprechend weiterhin hinter der Vier-Säulen-Strategie des Bundesrates: Erhöhung der Energieeffizienz, Förderung erneuerbarer Energien, Ersatzbau von Grosskraftwerken und Energieaussenpolitik. Heute produzieren Kernkraftwerke 40% unseres Stroms. Ein politisch motiviertes vorzeitiges Abschalten schweizerischer Kernkraftwerke würde unser Land zu vermehrtem Strombezug aus fossiler Produktion zwingen. „Alle Energien nutzen“ ist seit Jahrzehnten der Slogan der AVES. Aber es gilt auch in Zukunft, die technischen und wirtschaftlichen Potentiale der verschiedenen Energie- und Stromquellen objektiv einzuschätzen. Allein der letztjährige Strom-Mehrverbrauch war fast zwanzigmal höher als der gesamte Strom-Beitrag von Wind und Sonne, der trotz hoher Subventionen lediglich 0.2 % beträgt.


Vertrauen schaffen – keine Panikmache
Bundesrat, Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) und die schweizerischen Kernkraftwerk-Betreiber haben in den letzten drei Wochen kompetent reagiert und kommuniziert. Sie haben damit eine Vertrauensbasis geschaffen, die mithilft, die Herausforderungen der nächsten Jahre zu bewältigen. Die sich häufenden Anzeichen, durch übersteigerte Kritik und eigentlichen „Alarmismus“ das Vertrauen in die Versorgungsunternehmen und deren Mitarbeiter - ja sogar in das ENSI selbst - zu erschüttern, sind bedenklich. Um die richtigen, demokratisch legitimierten Entscheide in der Energiepolitik zu treffen, ist Panikmache nicht am Platz.


Weitblick und Vernunft
Viele glauben, für die Zukunft über Patentlösungen zu verfügen. In unserer direkten Demokratie ist aber gefordert, dass alle Lösungsvorschläge mit Daten und Fakten untermauert und konkretisiert werden. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten wird die AVES stets darauf hin wirken, für Szenarien aller Art Vor- und Nachteile sowie Risiken zu benennen und deren Potentiale und Kosten zu quantifizieren.


Aktion für vernünftige Energiepolitik Schweiz (AVES)
Konferenz der AVES-Regionalgruppen

Die AVES Schweiz

Die AVES (und ihre welsche Schwesterorganisation Fédération romande pour l’energie, FRE) setzt sich für eine sichere und wirtschaftliche Energie- sowie eine  möglichst CO2-freie Stromversorgung ein. Die AVES zählt in 19 Regionalgruppen rund 6000 Mitglieder, darunter 100 National- und Ständeräte sowie zahlreiche Mitglieder kantonaler und gemeindlicher Legislativen und Exekutiven. Dem Vorstand der AVES Schweiz gehören u.a. folgende Eidg. Parlamentarier an: SR Rolf Schweiger (zugleich Präsident, FDP, Zug), NR Elvira Bader (CVP, SO), NR Hans Killer (SVP, AG), SR Filippo Lombardi  (CVP, TI), NR Werner Messmer (FDP, TG), NR Christian Wasserfallen (FDP, BE).

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