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19.11.2010
Die Medienberichte über die russische Anlage in Majak und ihre Verbindungen zu den Kernkraftwerken Beznau und Leibstadt haben weit herum für Verunsicherung gesorgt. Umso positiver ist die Informationsoffensive der Kernkraftbetreiber zu werten, die sich durch die mediale Diskussion genötigt sehen, öffentlich Rechenschaft über die Betriebsabläufe in Schweizer AKW abzulegen und Vorurteile abzubauen.
Am Donnerstag lud die BKW zum Mediengespräch über die Uranversorgung des Kernkraftwerks Mühleberg, einen Tag später folgt nun die Axpo mit einer Medienkonferenz zu Beznau und Leibstadt. Die beiden Unternehmen reagieren damit auf den wachsenden Druck der Öffentlichkeit, die zurecht mehr Transparenz im Bereich der Beschaffung und Wiederaufbereitung von spaltbarem Material fordert. Nach Meinung der aves Bern sind diese öffentlichen Ausführungen ein wichtiger und richtiger Schritt auf dem Weg zu einer sachlichen Diskussion über Chancen und Risiken der verschiedenen Energieträger. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil die UREK des Ständerats mit ihrem heutigen Entscheid zur Standesinitiative des Kantons Basel-Stadt einmal mehr unterstrichen hat, dass der vom Bundesrat mit seiner Vier-
Säulen-Strategie eingeschlagene Weg zurzeit der richtige ist.
Uran ist ein Rohstoff, der auf allen fünf Erdteilen abgebaut wird, unter anderem auch in Gebieten, die nicht nach schweizerischen Qualitätsstandards arbeiten. Das zwingt sämtliche Akteure, die hierzulande am Handel mit diesem potentiell gefährlichen Gut beteiligt sind, zu grösstmöglicher Vorsicht und Transparenz entlang der gesamten Beschaffungskette – nicht nur aus Eigeninteresse. Bei der Beschaffung konnte diese Transparenz offensichtlich noch nicht überall hergestellt werden, wie die Medienberichte über die Anlage in Majak deutlich belegen. Die so aufgedeckten Probleme können aber auch als Chance verstanden werden, die jeweiligen Vertragspartner zur Einhaltung gewisser Qualitätsstandards zu zwingen und das Schweizer Know-how in diesem Bereich in Gebiete zu transportieren, die bis jetzt nur bedingt vom Uranabbau in ihrer Region profitiert oder sogar darunter gelitten haben.
«In der Frage der Uranbeschaffung haben die Energiekonzerne ihre Hausaufgaben in jüngster Vergangenheit offensichtlich nicht immer mit der nötigen Sorgfalt gemacht. Es ist aber ein positives Signal, wenn sie sich jetzt ihrer Verantwortung stellen und für Transparenz sorgen. Nur wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, kann man endlich damit beginnen, sachlich und
konstruktiv über die Vor- und Nachteile jedes einzelnen Energieträgers zu diskutieren», führt Christian Wasserfallen, Präsident der aves Bern, aus.
aves Bern – die mit 1400 Sympathisanten grösste Sektion der Aktion für eine vernünftige Energiepolitik Schweiz – steht für Sachlichkeit in der öffentlichen Diskussion zum Thema Energie, eine Energiezukunft im Kanton Bern, die Sicherheit schafft, Wohlstand wahrt und Wachstum ermöglicht sowie eine effiziente, umweltverträgliche und klimaschonende Energieversorgung. aves Bern setzt sich konstruktiv mit allen vier Säulen der Energiestrategie des Bundes auseinander und arbeitet unter dem Motto: «Alle Energien nutzen.»
Der Vorstand von aves Bern setzt sich wie folgt zusammen:
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